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"Krieg ist niemals etwas Herrliches, niemals ein Abenteuer. Krieg
ist im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle.
Es hätte wohl keine gerechtere, ehrenhaftere Sache als die unsrige
in Spanien geben können. Aber auch in einer noch so edlen Form ist
der Krieg ein Grauen (...).Und so stehe ich vor der Frage: Welches ist
das größere Übel - Faschismus oder Krieg?
Die Antwort für mich war und ist: Faschismus"
(Harry Fisher)
Aufgewachsen in einer proletarischen jüdischen Familie in Brooklyn
-N.Y. entwickelte sich Herschel "call me Harry" - Fisher über
Gewerkschaftsaktivitäten, unter anderen in der "Young Communist
League (YCL)", zum Kommunisten.
"1934 begann ich mich für internationale Angelegenheiten zu
interessieren, speziell für das, was sich in Deutschland tat. Hitler
war an der Macht, und die Nazischergen wüteten. Damals (...) sahen
wir Bild- und Filmnachrichten in den Wochenschauen der Kinos. Bis heute
erinnere ich mich der erschreckend nahen und grauenhaften Szenen, die
SA-Männer mit dem Hakenkreuz auf dem Ärmel zeigten, wie sie
Juden aus ihren Geschäften zerrten, sie anspuckten, verhöhnten
und mit ihren glänzenden Stiefeln traten."
"Die Kommunistische Partei rief damals dazu auf, Unterstützung
für den Kampf gegen den Faschismus in Spanien zu leisten. 30 % der
Lincoln-Brigade waren Juden. Ich selbst bin jüdisch, allerdings nicht
religiös. Ich war entsetzt darüber, was ich (...) über
Nazi-Deutschland las. (...). Als in Spanien die Faschisten eine demokratisch
gewählte Regierung stürzten, wollte ich endlich handeln, etwas
Praktisches tun, um diesen Wahnsinn zu verhindern. Ich bin zwar Pazifist,
aber ich wollte aktiv dazu beitragen, den Faschismus zu bekämpfen."
1937/38 stritt Fisher gemeinsam mit 2800 anderen US-Amerikanern im Abraham-Lincoln-Bataillon
auf der Seite der Republik gegen den Franco-Faschismus in Spanien .
Die Lincoln Brigade, unter stalinistischer Führung (deren unrühmliche
Rolle im Film allerdings nicht thematisiert wird) vereinigte Kommunisten,
Sozialisten, Parteilose und Anarchisten unter einem Dach. Zwischen achtzig
und hundert schwarze Soldaten, unter ihnen der erste schwarze Kommandeur
Oliver Law, waren beteiligt.
Nach der Niederlage der republikanischen Seite kehrte Fisher unter schwierigen
Umständen in die USA zurück.
Damit war allerdings der antifaschistische Kampf für ihn und viele
seiner Genossen nicht beendet. Als Bordschütze auf einem B-26 Bomber
einer US Army Einheit nahm er später an der Befreiung Europas vom
Nazifaschismus teil.
Im Frühjahr 2001 war Harry Fisher auf Deutschland-Tour und stellte
sein Buch "Comrades" vor. Bei einer Lesung in Oberhausen traf
er den Historiker Frank Dittmeyer und es entstand ein erster lockerer
Kontakt.
Im November 2001 meldete sich eine Frau, die ihren verstorbenen Mann auf
einem der Fotos in "Comrades" erkannt hatte. Dieser hatte, nachdem
er 1928 in die USA ausgewandert war, mit den Lincolns in Spanien gekämpft,
wurde anschließend interniert und kehrte 1946 nach Frankfurt zurück.
Die Frau bat, den Nachlass ihres Mannes dem amerikanischen Archiv der
Lincoln-Brigade zu übergeben.
Bei dieser Gelegenheit besuchten die Autoren des Films Harry Fisher 2002
in New York. Auf dem Jahrestreffen der Veteranen der Abraham-Lincoln-Brigade
in Manhattan trafen sie auf weitere US-amerikanische Spanienkämpfer.
Sie erzählten ihre Geschichte, aus der Zeit vor und nach dem spanischen
Bürgerkrieg.
Der Film dokumentiert Harry Fishers bewegtes Leben wie auch dessen politisches
Umfeld und richtet seinen Focus dabei auf die Ereignisse in Spanien Ende
der 30er Jahre.
Am Ende des Film nimmt Fisher kurz zu den islamistischen Anschlägen
auf das World Trade Center Stellung und kritisiert die militärischen
Maßnahmen der USA, die den Anschlägen in New York im Kampf
gegen den Terror folgten. Warum es aus Sicht Fishers richtig war, mit
der Lincoln Brigade in Spanien gegen den Faschismus und selbstverständlich
auch, im Rahmen von Einheiten der US Air Force, gegen Nazi- Deutschland,
zu kämpfen, sich aber wider militärische Maßnahmen gegen
den Faschismus des Baath Regime zu wenden, bleibt eine Widersprüchlichkeit,
die Fisher selbst nicht mehr auflösen kann. Er verstarb im Jahr 2003.
Zitate aus:
1) Harry Fisher: "Comrades - Bericht eines Interbrigadisten im spanischen
Bürgerkrieg" 2001
2) Terz - Stattzeitung für Düsseldorf: Interview mit Harry Fisher
lesen
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