| Michel Foucault und der Iran |
| Als wolle er das Vorurteil Kritischer Theorie bestätigen, dem
zufolge Homosexuelle einen Hang zum Totalitären haben und zum
Aufgehen in der Identität der Gleichen, zeigte sich Michel
Foucault 1978 von der islamischen Revolution im Iran begeistert.
Wissend, daß der viermonatigen Herrschaft des Mobs, die der
Revolution folgte, schon sehr früh sexuelle Abweichler zum
Opfer fielen, konnte er sich seiner Faszination für die „spirituelle
Energie“, die er in den Straßen Teherans zu verspüren
meinte, nicht entziehen. Immerhin verstummte Foucault, als die Schwulenhatz
in Gesetzesrang erhoben wurde, aber sein Begriff von der Entstehung
der Homosexualität als eine der Maßnahmen der „Macht”,
ihre Moral anhand einer medizinalisierten Zuschreibung zu inkorporieren,
und seine Wende zu einer anderen Form der Selbstabschaffung –
nämlich der Idealisierung der antiken Homosexualität
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| Mo., 16.10.2006, 20.00 Uhr, HundertMeister Duisburg, Dellplatz 16a, Eintritt frei |