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"Wer den Antisemitismus erklären will, muss den Nationalsozialismus
meinen. Ohne Begriff von dem, was in Deutschland geschehen ist, bleibt
das Reden über den Antisemitismus in Siam oder in Afrika bedeutungslos.
Der neue Antisemitismus ist der Sendbote der totalitären Ordnung,
zu der die liberalistische sich entwickelt hat. Es bedarf des Rückgangs
auf die Tendenzen des Kapitals." (Horkheimer)
Die Auseinandersetzung mit der irrationalen Ideologie des Antisemitismus
nimmt in den Arbeiten von Horkheimer und Adorno eine zentrale Stellung
ein, ist der Antisemitismus doch mehr als ein Vorurteil gegen eine beliebig
zu wählende Minderheit.Die Antisemitismusforschung der 'Kritischen
Theorie' geht dabei weit über jegliche vorhergehende Erklärungsansätze
des Antisemitismus hinaus, indem sie sich der Mittel der interdisziplinären
Forschung bedient.Horkheimer und Adorno gehen davon aus, dass die Irrationalität
des Antisemitismus ihre Ursachen in der Gesellschaft hat und eben nicht
als metaphysischer Geist über die Menschheit gekommen ist. Um aber
die Wirkungsmächtigkeit des Antisemitismus als Resultat einer gescheiterten
Aufklärung oder der Dialektik von Aufklärung und Gegenaufklärung
in seiner Totalität näher zu bestimmen, gilt es sowohl die historische
Genese des Antisemitismus, wie auch dessen Grundlagen in der Ökonomie
und der Psyche der Subjekte zu untersuchen.
Paul Mentz, Dortmund, studiert an der Ruhr-Universität Bochum Philosophie
und Soziologie. Er ist Mitglied des Arbeitskreises rote ruhr-uni.
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