ordinary antifascist german |
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"Der Konflikt im Nahen Osten ist längst keine >Spirale der Gewalt< mehr. Er ist heute eine organisierte Terrorkampagne, ja eine Kriegserklärung aller palästinensischen Fraktionen gegen den Staat Israel geworden." (Paul Spiegel in "Die Welt" vom 2.4.2002) Das und noch viel mehr. Von wenigen Ausnahmen abgesehen unterstützen nahezu alle arabischen Staaten und deren Bevölkerungen den Kampf gegen die Existenz Israels - ideell sowieso, denn er war immer schon das Bindeglied welches den arabischen Nationalismus verbrüderte - aber auch materiell. Seien es Waffenlieferungen für die Hisbollah aus Syrien, seien es Renten für Märtyrerfamilien aus dem Irak oder Libyen usw. Weltweit wird der Kampf gegen Juden mit dem Konflikt im Nahen Osten legitimiert. In Essen wurde die ehemalige Synagoge und jetzige Gedenkstätte angegriffen, in Marseille eine Synagoge abgebrannt. Angriffe auf Juden und jüdische Einrichtungen sind längst Normalität. Bei der UNO Konferenz gegen Rassismus in Durban wird der Zionismus zum Rassismus erklärt, Möllemann (FDP) berichtet vom israelischen Staatsterrorismus und Mahler (NPD) freut sich über einen Angriff auf die Türme des >jüdischen Mammons<. Weitere Beispiele aufzuzählen erübrigt sich, weil jeder der es wissen will, es weiß und jeder der es nicht wissen will sein Bewusstsein ohnehin hermetisch abgeriegelt hat. Was aber haben diese Beschreibungen von weltweitem Antisemitismus verschiedenster Provenienz, der immer seltener als Antizionismus getarnt auftritt, mit der Antifa zu tun. - alles, weil jede linke Bewegung nach 1945, die nicht im Kern ihrer Gesellschaftskritik auf die Schoah reflektiert, die nicht den Zusammenhang von Warenvergesellschaftung und dem pathischen Zwang zur Ausmerzung des Nicht-Konkreten als dessen Inkarnation "der Jude" herhalten muss, obsolet geworden ist - alles, weil der Antisemitismus vergleichbar einer Art Naturgesetzmäßigkeit aus den unverstandenen Verkehrsformen des Kapitals entspringt, und bis zur Einlösung des Versprechens einer staaten- und klassenlosen Weltgesellschaft auch die Linke aus ihrem Scheitern heraus keine Alternative zu dem Staat Israel, der als einziger die Sicherheit der Juden in einer nationalstaatlich organisierten Welt garantieren kann, zu bieten hat - nichts, weil die Antifa außer konsequenzlosen Bekundungen davon wenig bis gar nichts kapiert hat. Nie nach der Zerschlagung Nazideutschlands mitsamt seiner Hilfsvölker vom Baltikum über das Kosovo bis nach Palästina - war das Leben von Juden in Israel aber auch überall sonst auf der Welt so bedroht wie heute. Auch das ist kaum bestreitbar, zumindest nicht mit Argumenten. Was aber tut die Antifa? Das was sie immer tut, wenn ihr der Inhalt und Wille zur Positionierung fehlt. Sie beleuchtet den Konflikt, manchmal ekelhafterweise auch den Antisemitismus, von allen Seiten. Wägt das pro und contra ab und findet Gutes wie Schlechtes - bekämpfenswertes und tolerierbares - auf allen Seiten, aus jeder Sicht mit viel Enthusiasmus und wenig Hirn. So kommt die Antifa zu allem, nur nicht zum Punkt - zumindest zu keinem kommunistischen Standpunkt. Denn welcher könnte das sein, wenn nicht einer, der sich ohne wenn und aber hinter jene stellt, die von Antisemiten ihrer Vernichtung zugeführt werden sollen? Und somit abseits jeder den Antisemiten jedweder Couleur zuspielenden Kritik sich enthebt. Nein, dazu reicht es bei "der Antifa" nicht. Die Hoffnung das es auch heißen könnte "noch nicht" wollen wir nicht ganz aufgeben - man wird sehen. Aber solange sich die Antifa gegenüber Juden wie eine arische Gouvernante aufführt, die selbst dann wenn es um alles geht, nichts besseres als zu Nörgeln weiß, dürfte die Frage ob Antifa Avantgarde sein kann oder intellektuelle Regression bleibt, zugunsten Letzterem entschieden bleiben. |
Harry Bairfor |