Querfront |
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Es ist ein unter den Linken beliebtes Spiel, historische Begriffe aus ihrem Kontext zu reißen, um aktuelle Entwicklungen zu beschreiben. Auch wenn bei schon oberflächlicher Betrachtung die Unstimmigkeiten ins Auge stechen, stört man sich nicht weiter daran; Hauptsache, man ist up to date. Gegenwärtig läßt sich dies am Gebrauch des Begriffs der "Querfront" beobachten. Dieser Begriff, der auf die Zwanziger Jahren verweist, meint die Bündnisse, zu denen es während der Weimarer Republik zwischen den linken Leuten von rechts und den rechten Leuten von links kam. Die Allianzen hatten vor allem taktischen Charakter, handelte es sich doch um ein temporäres Zusammengehen gegen den gemeinsamen Feind (das "System von Versailles" etc.pp.), ohne allerdings die je eigenen Positionen aufzugeben, die grundlegend verschieden waren. Momentan glauben einige, mit Blick sowohl auf die Anti-Globalisierungsbewegung wie die kurzlebige Friedensbewegung und die Teilnahme von Nazis daran, eine neue Querfront erblicken zu können. Tatsächlich jedoch handelt es sich dabei nicht um zwei verschiedene Bewegungen, die es noch eigens nötig hätten, sich zu verbünden, sondern sie sind Fleisch vom selben Fleisch. Ihre Positionen verschwimmen nicht nur ineinander, sondern werden identisch. Für diese Entwicklung steht der Name des neu-rechten Philosophen Alain de Benoist wie kein zweiter. Somit kann er als der momentan originellste "linke" Denker gelten. Referent: Stefan Braun - Arbeitskreis Antifa der Universität Gießen Di. 28.09.2004, 20.00 Uhr, Hundertmeister Duisburg |