Gerhard Scheit (Cafe Critique – Wien)
Suicide Attack
Zur Kritik der politischen Gewalt

Das Selbstmord-Attentat gilt als Verzweiflungstat - als Mittel der Verzweifelten in einem Kampf für durchaus legitime politische Zwecke. In Wahrheit ist es ein Mittel, das den Zweck vollständig in sich trägt: Vernichtung um ihrer selbst willen. Suicide Attack bedeutet also einen neuen Begriff des Politischen im alten Sinne Carl Schmitts: Politik als „Bereitschaft zum Nichts“.
Ist es ein Zufall, daß Selbstmord-Attentate in bestimmten Kreisen als eine Form der Mitbestimmung in der internationalen Politik verstanden werden; daß die EU immer neu Verhandlungsbereitschaft mit Organisationen wie Hamas und Hizbollah signalisiert; oder daß es gerade Jürgen Habermas war, der Ted Honderichs Apologie des Selbstmord-Attentats dem Suhrkamp-Verlag empfohlen hat? Die Rechtfertigung jenes Vernichtungswahns aus der Peripherie des „Großraums“ Europa, der auf Israel und dessen Schutzmacht zielt, geht erstaunlicherweise mit der Forderung nach „Verrechtlichung der internationalen Beziehungen“ einher, wie sie in „Kerneuropa“ im Namen der UNO formuliert wird. Diesen Zusammenhang zwischen der „Verdrängung des Souveräns“ und der Eskalierung politischer Gewalt, also die internationale Arbeitsteilung zwischen postnazistischer Demokratie und islamistischer Vernichtung, versucht das vorliegende Buch offenzulegen.

Veranstaltet von: Antifa 3D, Hannah Arendt Bildungswerk Essen

Di. 31.1.2006, 20.00 Uhr, HundertMeister Duisburg, Eintritt frei