Al-Terz-al-Tawhid - Linksdeutsche für Rechtsislamische
Die autonome Stattzeitung "Terz" hat es mit einer hiesigen, mutmaßlichen Gruppe der islamistischen Terrororganisation al-Tawhid

Ein Jahr und sechs Monate, seit dem ersten Verhandlungstag vor dem Oberlandesgericht in Düsseldorf am 24. Juni 2003, mochte die örtliche autonome Stattzeitung "Terz" den zweigeteilten Prozeß gegen eine mutmaßliche Gruppe der islamistischen Terrororganisation al-Tawhid nicht beachten, nur um jetzt in einer kleinen Meldung unter der Rubrik "Lausige Zeiten" zu berichten, "kaum beachtet" laufe in der Landeshauptstadt "schon seit Wochen" ein Prozeß gegen Islamisten.
Das linksradikale Blättchen macht sich Sorgen, daß in der Regel "allein das Wort Islamist" ausreiche, um "sich nicht weiter mit den Angeklagten und den Prozessen auseinanderzusetzen". Man erfahre bloß "durch Zufall von den Haftbedingungen, denen sie unterliegen". Mohamed D. sitze in "Isolationshaft" und erhalte "kein Taschengeld". "Nach der neuesten Schikane des Staatsschutzsenats" dürfe er "nicht mehr seinen Gebetsteppich und seinen Kamm zur Reinigung vor dem Gebet mitnehmen". (12/04)
Wessen aber die Mitglieder der Gruppe angeklagt sind, wollen die Redakteure der "Terz" (u.a. der langjährige Konkret-Autor Jan Pehrke, Jungle-World-Autor Alex Häusler sowie ein Gegenstandpunkt-Mensch) lieber nicht berichten. Dies muß also hier geschehen. Sie sind angeklagt, Bombenanschläge auf Juden und jüdische Einrichtungen vorbereitet zu haben. In Berlin auf das Jüdische Gemeindezentrum. In Düsseldorf auf eine Diskothek und eine Kneipe, erstere, weil die Gruppe meinte, sie werde von Juden besucht, letztere, weil die Gruppe meinte, sie werde von einer Jüdin betrieben und von Homosexuellen besucht.
Wer seine Leser über solche Anklagevorwürfe gegen mutmaßliche Angehörige einer islamistischen Terrororganisation nicht informieren will, von dem sollte nicht verwundern, daß er dort zugange ist, wo auch Hamas, Hizbullah und die Baath-Partei sich tummeln: auf der Friedensdemonstration. (siehe z.B. hier)
Längst sind die Terz-Redakteure auf das Niveau ihres linksregressiven Publikums hinabgesunken, aus dem auch jener islamsolidarische Prozeßbeobachter kommt, der meint, unter Deutschen mit der T-Shirt-Parole "Fuck USA" herumlaufen zu können. lesen
Thomas Meyer-Falk, die Informationsquelle des Blattes zu den Haftbedingungen der islamistischen Angeklagten, ein in den Knast eingefahrener Red Skin, betreibt im Internet die Nazifizierung des Staates Israel: der strebe eine "Vernichtung der PalästinenserInnen" an. Wo aber Ariel Sharon seine "Ausrottungspolitik" (!) in die Tat umsetzt, wollte der Gewährsmann der "Terz" nicht verraten. In Auschwitz-Ramallah?
Daß so einer in der Rassenlehre sich auskennt, als Rassenbesserwisser sich hervortut ("auch die PalästinenserInnen sind Semiten"), ist niemandem in der Redaktion Anlaß, die Glaubwürdigkeit des Mannes in Frage zu stellen, geschweige denn auf Distanz zu ihm zu gehen. lesen
Ohne eigene Prüfung und ohne weitere Diskussion wird dessen Ansicht übernommen, bei dem Gerichtsverfahren handele es sich um einen fingierten Kronzeugenprozeß. Genaue Angaben zu den Zeugenaussagen, zum Beweisverfahren und zum Verlauf des Prozesses jedoch meint die islamsolidarische Stattzeitung nicht machen zu müssen. Schon in der nächsten Ausgabe (Januar 2005) ist die Sache dem Blatt keine Zeile mehr wert.
Obwohl eine abschließende Bewertung des Prozesses hier nicht möglich ist, läßt sich doch entsprechenden Zeitungsartikeln entnehmen, daß ernste Verdachtsmomente und Indizien gegen die Gruppe vorliegen. Abhörprotokolle belegen, daß ein Mitglied telefonisch Verbindung mit dem "Kontaktmann von Abu Mus'ab Zarqawi in Deutschland" hatte. ("Die Welt") Zarqawi ist die international führende Figur von al-Tawhid. Die hiesige Gruppe besaß eine Pistole, ("FAZ") und als sie über einen Telefoncode Handgranaten bestellte, griff die Polizei zu. ("Die Welt") Sicher, die Beweislage wird in der Presse als "schwierig" beschrieben, ("FAZ") und die Anklage basiert, außer auf den genannten Indizien, im wesentlichen auf den Aussagen eines Kronzeugen, doch mit dem Verweis auf ähnliche Verfahren gegen linksextremistische Gruppen von einem fingierten Prozeß zu sprechen - auf diese Idee kann nur ein zusammengeheftetes autonomes Blättchen kommen, zumal in einer so kleinen, so schlecht recherchierten Meldung. "Abstrus" und "widersprüchlich" seien die Aussagen des Kronzeugen, meint die "Terz", ohne jedoch diese Behauptung mittels Zitaten zu belegen. Dabei wäre es für die Verteidigung relativ einfach, die Glaubwürdigkeit der Aussagen zu überprüfen. Wer angibt, er habe in Ausbildungslagern von Al Qaida in Afghanistan - Al Tawhid gehört zum Netzwerk von Osama bin Laden - die "Handhabung von Sprengstoff, Gift und Chiffrierung" gelernt, (WDR) der muß auch entsprechendes Spezialwissen zum Besten geben können.
Ein Kronzeuge in einem Verfahren gegen die RAF oder die Revolutionären Zellen hatte viel zu gewinnen und nichts zu befürchten. Die Macht und Reichweite der genannten Gruppen war zu gering. In diesem Fall aber dürften in Deutschland und der Welt mehrere Dutzend islamistische Terrororganisationen mit Tausenden von Mitgliedern und Zehntausenden Sympathisanten einiges darum geben, den Mann in die Finger zu kriegen. Schon mußte er "in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen" werden, (WDR) und sein Anwalt berichtet: "Es wurde versucht, an ihn in der Justizvollzugsanstalt heranzukommen, was aber rechtzeitig verhindert werden konnte". ("FAZ") Gesetzt also den Fall, der Kronzeuge hat gelogen, um für sich eine möglichst kurze Haftstrafe zu erreichen, so hat er einen sehr hohen Preis dafür in Kauf genommen.
An solchen Feinheiten hat die autonome Stattzeitung, die nur selten über das typische (links)deutsche Mittelmaß hinaus gekommen ist, kein Interesse. Überhaupt, warum wollte "Terz" locker mehr als ein Jahr nichts von der Angelegenheit wissen? Erst kaltschnäuzig die Frage ignorieren, ob eventuell die Jüdische Gemeinde wegen der möglichen Existenz einer antijüdischen, islamistischen Terrorgruppe in Düsseldorf beunruhigt und in Sorge ist (immerhin hat es in jüngster Vergangenheit einen Brandanschlag auf die Synagoge gegeben sowie am S-Bahnhof Wehrhahn einen verheerenden Bombenanschlag auf eine Gruppe von Juden), - und dann aber wegen läppischer paar Euro Taschengeld sich aufregen.
Die Frage, ob es bei der hier in Rede stehenden Gruppe von Angeklagten eventuell um eine faschistische sich handelt, eine islamfaschistische nämlich, stellt sich einem Terzianer erst gar nicht. In seinem linksradikal-friedensbewegt-antiamerikanischen Weltbild existieren rechtsradikale Muslime bloß irgendwie schemenhaft, am Rande, jedenfalls irrelevant unter ferner liefen. Wer sie als Bedrohung wahrnimmt, ist ihm ein islamophober Rassist und Kriegstreiber. Es bestätigt sich, was man bereits vor 9/11 zu sagen wußte: Wer auf sich hält, hält Distanz zu "Terz".

Karl Selent
(ehemals Mitarbeiter von "Terz", Rückzug aus der Redaktion, weil es in jeder Liebesbeziehung mehr Krach gibt als zwischen der "Terz" und einer nationalsozialdemokratischen deutschen Abschiebepartei, der PDS)