| Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen.
Gleichwohl: Die Gesellschaft der totalen Konkurrenz ist in heller Panik,
sie wird sich zersetzen und zerstören. Unmöglich noch kann sie
die Bedingung der Möglichkeit ihrer eigenen Existenz aus sich selbst
heraus reproduzieren: der vollendet autistische Selbstbezug des Kapitals,
die losgelassene Akkumulation um der Akkumulation willen, die “Plusmacherei”
(Marx) rutscht ins historische Minus, zerbricht an sich und eben daran,
daß die Gesellschaftlichkeit der Individuen als Subjekte bloß
auf dem
generalisierten Ausschluß aller durch alle gründet, der, eben
in den Formen von Wert, Geld, Kapital den totalen Einschluß stiftet,
d.h.: die gesellschaftliche Synthesis als vollendet negative. Das ist
gewiß paradox: die unbedingte gesellschaftliche Einheit in der Form
des totalisierten Atomismus; ein Paradox jedoch, das im Geld dingliche
Gewalt annimmt und als “logisches Rätsel” (FAZ) erscheint.
In der Panik wird sich die falsche Gesellschaft ihres eigenen Widersinns
inne, allerdings in einer nur noch verrückteren Form, einer Form,
die das bankrotte Kalkül der Ökonomie vermittels des Wahns der
Politik zu therapieren verspricht, tatsächlich zu überbieten
sucht: der Form eines paranoiden Souveräns, der den Triumph des Willens
über den kapitalen Sachzwang beschwört und so gerade die Angst
vor dem Chaos schürt, darin die Flucht nach vorn anpeitscht und so
auf den autoritären Staat provoziert, auf den Ausnahmezustand, d.h.
auf die ursprünglich faschistische Situation: denn nichts anderes
ist der “Preis des Marktes” als das politisch, vermittels
des Gewaltmonopols auf Leben und Tod erzwungene Opfer der Individuen.
Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum, Freiburg) hat zuletzt
mit Jan Gerber das Buch “Rote
Armee Fiktion” herausgegeben (ça ira: 2007), demnächst
erscheint von ihm “Was deutsch ist. Zur kritischen Theorie der Nation”
(ça ira: Winter 2008).
Eine Veranstaltung der Antifa3D
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| Mittwoch 22. April 2009, 20.00 Uhr, Eintritt frei
Cafe Steinbruch, Lotharstr. 315, Duisburg Neudorf, www.cafe-steinbruch.com
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